Pro Hemsbach warnt: Realschule nicht vorschnell aufgeben – Bildungsvielfalt erhalten!

Wählergemeinschaft fordert Transparenz und Beteiligung beim geplanten Bildungszentrum

Hemsbach. Die Wählergemeinschaft Pro Hemsbach zeigt sich tief besorgt über die zunehmenden Hinweise, dass die Carl-Engler-Realschule im Zuge der Neuplanung des Bildungszentrums (BIZ) auf dem Schillerschulgelände möglicherweise abgeschafft werden soll. Nach Angaben der Fraktion im Gemeinderat gebe es bislang jedoch keinen formalen Beschluss dazu. Vielmehr agiere Bürgermeister Kirchner in dieser Frage eigenmächtig – etwa mit der Versendung eines Elternbriefs –, was bei Eltern und Lehrkräften für erhebliche Verunsicherung sorge.

„Bildung darf nicht allein nach Kosten bewertet werden“, sagt Fraktionsvorsitzende Marlies Drissler. Bereits 2012 sei in einem Beteiligungsprozess unter Einbindung von Eltern und Lehrkräften im Schulverband klar entschieden worden: Gymnasium, Realschule und Gemeinschaftsschule sollen dauerhaft als drei gleichberechtigte Säulen erhalten bleiben. Diese Haltung habe Pro Hemsbach damals wie heute vertreten.

Die Realschule biete – anders als die Gemeinschaftsschule – ein praxisorientiertes, klar strukturiertes Bildungsangebot mit Leistungsrückmeldungen, Wahlpflichtfächern und einer gezielten Vorbereitung auf Berufsausbildung oder weiterführende Schulen. Viele Absolventinnen und Absolventen würden erfolgreich ein berufliches Gymnasium besuchen und später entsprechend studieren.

Unbeantwortete Fragen – fehlende Grundlagen

Die Schülerprognose des Schulverbands belegt laut Pro Hemsbach einen bedarfsgerechten Ausbau auf acht Züge: drei für das Gymnasium, drei für die Gemeinschaftsschule und zwei für die Realschule. Es soll jedoch nur ein Gebäude für sechs Züge geprüft werden – eine Kapazitätslücke, für die es keine belastbaren Lösungen gibt.

„Wer übernimmt die fehlenden zwei Klassen? Können die Realschulen in Weinheim diese Schüler wirklich aufnehmen? Wer entscheidet, welche Kinder abgewiesen werden?“, fragt die Wählergemeinschaft. Nachweise über freie Kapazitäten seien bislang nicht vorgelegt worden. Lehrkräfte berichteten im Gegenteil bereits heute von räumlichen Engpässen in Weinheim.

Kritik an Intransparenz und fehlender Bürgerbeteiligung

Pro Hemsbach kritisiert zudem, dass wesentliche Informationen unter Verschluss gehalten würden. So wurde am 1. Juli die in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie nicht vorgestellt – und die Informationsveranstaltung dazu fand nicht-öffentlich statt.

„Das ist kein seriöses Vorgehen. Ohne transparente Planung, realistische Kostenschätzung und Fördermittelklärung darf über die Zukunft der Realschule nicht entschieden werden“, so Drissler. Auch eine städtebauliche Untersuchung der Auswirkungen eines erweiterten Schulstandorts auf das angrenzende Wohnquartier sei bislang nicht erfolgt – etwa zu Verkehr, Lärm und Infrastruktur.

Appell und Unterstützung für Petition

Pro Hemsbach fordert:

  • Erhalt aller drei Schularten im Schulverband
  • Veröffentlichung der vollständigen Machbarkeitsstudie (6 vs. 8 Züge)
  • Klare Finanzierung mit Darstellung der Fördermöglichkeiten
  • Beteiligung der Öffentlichkeit und städtebauliche Prüfung des Schillerschulareals

Die Wählergemeinschaft unterstützt außerdem die laufende Petition von Eltern zum Erhalt der Carl-Engler-Realschule:
👉 www.openpetition.de/petition/online/erhaltung-der-carl-engler-realschule-in-der-stadt-hemsbach

„Es ist ein starkes Zeichen, wenn Eltern sich für wohnortnahe Bildung stark machen. Wir hoffen, dass ihr Anliegen diesmal mehr Gehör findet – anders als bei der Petition gegen die massive Bebauung am Wiesensee / Seeweg die von der Verwaltung ignoriert wurde“, betont Drissler, Fraktionsvorsitzende Pro Hemsbach. bgs