Zahlreiche
Bürgerinnen und Bürger folgten am Donnerstag, 17. September, der Einladung von
Pro Hemsbach, der FDP Hemsbach und der Elterninitiative zu einem
Informationsabend rund um den Bürgerentscheid zum Erhalt der
Carl-Engler-Realschule. Fast zweieinhalb Stunden lang wurde informiert,
nachgefragt und diskutiert – sachlich, konzentriert und mit großem Interesse an
den Hintergründen der anstehenden Entscheidung.
Viele
Themen – viele Informationen
Zum
Auftakt erläuterten Vertreterinnen und Vertreter von Pro Hemsbach, FDP und
Elterninitiative ihre Sicht auf die Entwicklung rund um das Bildungszentrum und
den Bürgerentscheid. Dabei ging es um die unterschiedlichen Bildungswege, die
Geschichte und Entwicklung des BIZ, die finanzielle Situation sowie um die
Gründe, aus denen sich die Beteiligten für den Erhalt der
Carl-Engler-Realschule aussprechen.
Deutlich
wurde dabei auch das große Engagement der Elternschaft. Für die Elternvertreter
steht nicht allein der Erhalt einer einzelnen Schule im Mittelpunkt. Sie
betonten vielmehr die Bedeutung der Bildungsvielfalt: Kinder und Jugendliche
sollen auch künftig vor Ort die Möglichkeit haben, den Bildungsweg zu wählen,
der zu ihren Fähigkeiten und ihrer persönlichen Entwicklung passt.
Altlast,
Untergrund und Sanierbarkeit
Ein
Schwerpunkt des Abends waren Fragen zum bestehenden BIZ-Standort. Ausführlich
wurden die Themen Altlast, Beschaffenheit des Untergrunds, Gebäudestatik und
die Frage der Sanierbarkeit behandelt.
Gerade
zu diesen Punkten gab es zahlreiche Nachfragen aus dem Publikum. Mehrere
Anwesende äußerten, dass ihnen Umfang und Detailtiefe der an diesem Abend
vermittelten Informationen zuvor nicht bekannt gewesen seien.
Was
bedeuten die verschiedenen Varianten finanziell?
Auch
die angespannte Haushaltslage und die finanziellen Auswirkungen der
verschiedenen Schulvarianten nahmen breiten Raum ein.
Die
Kostenansätze der von der Stadt vorgestellten Varianten – insbesondere
Schillerschulgelände und Sportplatz am BIZ – wurden näher betrachtet und
gegenübergestellt. Dabei ging es nicht nur um die genannten Gesamtsummen,
sondern auch darum, welche Einzelmaßnahmen in den jeweiligen Berechnungen
enthalten sind und welche finanziellen Folgen sich daraus ergeben können.
Realschule
und Gemeinschaftsschule: Wo liegen die Unterschiede?
Auf
besonderes Interesse stieß die Frage, worin sich der Weg zum Realschulabschluss
an einer Gemeinschaftsschule vom Bildungsgang an einer Realschule
unterscheidet.
In
der Diskussion wurde deutlich, dass zwar an beiden Schularten ein mittlerer
Bildungsabschluss erworben werden kann, die Wege dorthin jedoch unterschiedlich
ausgestaltet sind. Gerade deshalb wurde die Frage der Wahlmöglichkeiten für
Schülerinnen und Schüler intensiv diskutiert.
Ein
Teilnehmer brachte dabei einen Gedanken auf, der den Abend gut zusammenfasste:
Könnte es für Hemsbach nicht gerade ein Standortvorteil sein, mit Gymnasium,
Realschule und Gemeinschaftsschule drei unterschiedliche weiterführende
Schularten vor Ort anbieten zu können?
Kritische
Fragen zum Standort Schillerschule
Auch
der mögliche Ausbau des Schillerschulgeländes wurde diskutiert. Mehrere
Anwesende äußerten Zweifel daran, ob der Standort geeignet sei, künftig eine
deutlich größere Zahl von Schülerinnen und Schülern aufzunehmen.
Dabei
wurde insbesondere auf die bereits heute bestehende Verkehrssituation rund um
die Schillerschule verwiesen. Auch die inzwischen eingeführte Verkehrsregelung
„Schulstraße“ wurde in diesem Zusammenhang angesprochen.
Ein
„Ja“ bedeutet aus Sicht der Befürworter keinen Stillstand
Pro
Hemsbach, FDP und Elterninitiative machten an diesem Abend deutlich, dass ein Ja
beim Bürgerentscheid nicht bedeuten soll, notwendige Entscheidungen auf
unbestimmte Zeit zu vertagen. Aus ihrer Sicht müssen vielmehr auch Optionen
und Alternativen untersucht werden, die bislang noch nicht oder nicht
ausreichend geprüft wurden.
Am
kommenden Sonntag, 27. September, entscheiden die Bürgerinnen und Bürger
darüber, ob die Vertreter der Stadt Hemsbach im Schulverband gegen die
Schillerschulvariante und damit für den Erhalt der Carl-Engler-Realschule als
eigenständige Schule stimmen sollen.
Der
Informationsabend zeigte vor allem eines: Das Interesse an einer fundierten
Auseinandersetzung mit dieser für Hemsbach und auch Laudenbach weitreichenden
Entscheidung ist groß. Die vielen Fragen und die durchgehend sachliche
Diskussion machten deutlich, wie wichtig es ist, unterschiedliche Aspekte und
Informationen vor der Abstimmung sorgfältig abzuwägen.