Drei Schularten in Hemsbach erhalten

Bürgerentscheid: PH wirbt für den Erhalt der CERS und sieht bei der Schillerschulvariante offene Fragen

Pro Hemsbach wirbt für den Erhalt der Carl-Engler-Realschule (CERS) und damit für ein Ja beim Bürgerentscheid am 27. September. Gemeinsam mit der FDP lädt PH am Donnerstag, 17. September, um 19 Uhr unter dem Motto „Zukunft bewahren – CERS erhalten!“ zu einem öffentlichen Diskussionsabend ins Nebenzimmer des Hermannshofs ein. Auch die Elternvertretung der CERS wird vor Ort sein. Die CDU ist in dieser Frage nicht ganz einheitlich positioniert; auch dort gibt es einen Befürworter des CERS-Erhalts.

Für PH geht es um mehr als eine einzelne Schule: Hemsbach soll auch künftig Gymnasium, Realschule und Gemeinschaftsschule als drei eigenständige Schularten vor Ort anbieten. Zugleich entscheide die Schillerschulvariante über den künftigen Standort des Gymnasiums.

Drei Schularten vor Ort

Zwar könne auch an einer Gemeinschaftsschule der Realschulabschluss erworben werden, betont PH. Das mache sie aber nicht zu einer Realschule. Mit dem Wegfall der CERS verliere Hemsbach eine von drei eigenständigen weiterführenden Schularten. Auch der Verweis auf Realschulplätze in Weinheim überzeugt PH nicht: Bildungsvielfalt bedeute, dass Familien zwischen den drei Schularten in Hemsbach selbst wählen können.

Die CERS wird nachgefragt

Für 2026/27 liegen 66 Anmeldungen an der CERS vor – genug für drei Eingangsklassen. Das spreche gegen die Annahme, die Realschule werde wegen rückläufiger Schülerzahlen künftig kaum noch gebraucht.

Heute verteilen sich die Schulen auf drei Züge am Gymnasium, zwei an der Realschule und drei an der Gemeinschaftsschule. Für die Schillerschulvariante werden dagegen drei Züge Gymnasium und vier Züge Gemeinschaftsschule zugrunde gelegt – sieben statt bisher acht. Wählen künftig mehr Familien die Gemeinschaftsschule, statt ihr Kind nach Weinheim zu schicken, könne der Platz schnell knapp werden. Eine Planung für Jahrzehnte müsse dafür Spielraum lassen.

Auch das Gymnasium ist betroffen

Zu wenig beachtet wird aus Sicht von PH, dass die Schillerschulvariante nicht nur das Ende der CERS bedeutet. Auch das Bergstraßen-Gymnasium würde seinen heutigen Standort aufgeben und auf dem Schillerschulgelände neu gebaut.

Damit teilten künftig auch die Gymnasiasten die Nachteile dieses Standorts. Gemeinschaftsschule und Gymnasium müssten sich Schulhöfe und Außenflächen teilen; gerade die Freiflächen waren schon früher ein kritischer Punkt. Entscheidend sei nicht nur, ob die Gebäude auf das Grundstück passen, sondern wie gut sich dort auf Dauer Schule leben lasse.

Verkehr und Sportwege

Das Schillerschulgelände liegt mitten in einem Wohngebiet. Schon heute gibt es dort zu Schulbeginn und Schulende Probleme. Beim Hemsbacher Fußverkehrs-Check sprachen Teilnehmer sogar von einem „Verkehrschaos“. Mit dem Gymnasium kämen deutlich mehr Schüler, Lehrkräfte, Fahrräder und Elternfahrzeuge hinzu. Eine ausreichende Parkraumlösung sei bislang nicht erkennbar.

Die BIZ-Sporthallen sollen weiter genutzt werden. Hin- und Rückweg sowie Umkleidezeiten gingen von der Unterrichtszeit ab. Auch dies beträfe künftig das Gymnasium.

Kosten transparent vergleichen

Dass die finanzielle Lage Hemsbachs schwierig ist und die Schillerschulvariante derzeit einen geringeren Eigenanteil ausweist, bestreitet PH nicht. Die Entscheidung dürfe aber nicht auf zwei Gesamtsummen reduziert werden. In der Gesamtsumme der Sportplatzvariante stecken neben den Neubauten von Gymnasium und Realschule weitere Maßnahmen, unter anderem im Sportbereich. Nach Berechnung von PH entfallen auf die beiden Schulneubauten rund 53 Millionen Euro. Für eine faire Debatte müsse klar sein, welche Leistungen miteinander verglichen werden.

BIZ-Fragen nicht abschließend geklärt

Auch die Aussage, Baugrund und Statik sprächen gegen eine langfristige Nutzung des BIZ-Standorts, hält PH für nicht abschließend belegt. Weitere fachliche und bautechnische Prüfungen waren beantragt worden, um Sanierungsfähigkeit, Gründung und Statik belastbar zu klären. Zudem müsse zwischen Deponiekörper, bestehenden Gebäuden und angrenzenden Flächen unterschieden werden. Selbst bei der Schillerschulvariante sollen die BIZ-Sporthallen weiter genutzt werden.

Ein Ja schafft Klarheit

Die Warnung vor einer jahrelangen „Hängepartie“ teilt PH nicht. Ein erfolgreicher Bürgerentscheid schaffe zunächst eine verbindliche Entscheidung.

Ein Ja sei keine Abstimmung über einen bereits festgelegten Neubau auf dem BIZ-Sportplatz. Es bedeute, dass die Hemsbacher Vertreter im Schulverband gegen die Schillerschulvariante stimmen und sich für den Fortbestand der CERS einsetzen sollen. Wie eine tragfähige bauliche Lösung anschließend aussieht, müsse auf Grundlage belastbarer Untersuchungen und realistischer Kosten entschieden werden.

Beim Diskussionsabend am 17. September wollen Pro Hemsbach und FDP mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen; auch die Elternvertretung der CERS wird ihre Sicht einbringen. Für PH lautet die entscheidende Frage: Soll Hemsbach künftig nur noch Gymnasium und Gemeinschaftsschule anbieten – oder mit der CERS alle drei weiterführenden Schularten vor Ort erhalten?

bgs