Reaktion auf einen Leserbrief von 22.08.2026 in den WN:
Der Schulstandort in Hemsbach bietet seit Bestehen eine
Bildungsvielfalt an mit Gymnasium, Realschule und Gemeinschaftsschule. Früher
war es die Hauptschule. Dieses vielfältige Bildungsangebot bietet
unterschiedliche Wege und Lernformen. Die Eltern können vor Ort den Bildungsweg
wählen, welcher zu den Fähigkeiten und Bedürfnissen ihres Kindes passt. Diesen
Wert darf man nicht leichtfertig und schon gar nicht mit falschen Argumenten
aufgeben.
Das Land bietet in der Tat eine sehr gute Förderkulisse für
Schulneubauten und Schulsanierungen an. Unseriös ist jedoch, einen Neubau für
Gymnasium und Realschule in der Öffentlichkeit als zu teuer darzustellen und
dafür zu werben, auf den Bildungsgang Realschule zu verzichten. Ein Neubau für
Gymnasium und Realschule kostet ca. 53 Mio.
In der städtischen Kalkulation werden aber die Sanierung
des Schillerschul-Hauptgebäudes, ein Erweiterungsneubau für die
Gemeinschaftsschule, der Abriss des Pavillons und der Turnhalle sowie das
Hausmeisterhauses auf dem Schillerschulgelände mit einkalkuliert. Diese Kosten
betragen ca. 39 Mio Euro. Ich vermisse dabei eine differenzierte Betrachtung
der Baumaßnahmen. So zu tun, als ob der Erhalt der Realschule die hohen Kosten
verursacht, ist unehrlich und unseriös.
Im Schulverband wurde beschlossen einen Aufgabeantrag für
den Bildungsstandort BIZ mit Gymnasium und Realschule zu stellen und dafür
einen neuen Standort zu suchen. Dies wurde genehmigt. Ich frage mich, werden
diese zwei unterschiedlichen Baumaßnahmen bewusst miteinander vermischt, um ein
Argument für das Ende der Bildungssäule Carl-Engler-Realschule zu haben?
Ich halte ein derartiges Vorgehen als unseriös und unehrlich. Bildung ist das höchste Gut was wir unseren Kindern geben können und dies in ihrem sozialen Umfeld. Bildungsvielfalt sollte man nie leichtfertig aufs Spiel setzen. Marlies Drissler