„Inszenierte Empörung – Auf einem Müllberg?“

Der Leserbrief in den WN am 11.04.2026 kritisiert Pro Hemsbach und behauptet, es würden „entscheidende Fakten ausgeblendet“ und mit Zweifeln gearbeitet. Diese Darstellung greift zu kurz. Das Einfordern aktueller Daten, die Berücksichtigung neuer fachlicher Einschätzungen und das Hinterfragen bestehender Annahmen sind keine taktischen Manöver, sondern Ausdruck verantwortungsvoller Gremienarbeit. Sie dienen dazu, Fehlentscheidungen mit langfristigen finanziellen und strukturellen Folgen zu vermeiden. Ebenso ist der Vorwurf, notwendige Entscheidungen würden verzögert, nicht losgelöst von der Qualität der Entscheidungsgrundlagen zu betrachten. Tragfähige Beschlüsse setzen voraus, dass zentrale Fragen – insbesondere zu möglichen Umweltbelastungen, zum baulichen Zustand und zu finanziellen Risiken – geklärt sind. Ohne diese Grundlage entsteht nicht Verlässlichkeit, sondern ein erhöhtes Risiko für Fehlentwicklungen.

Wer auf eine umfassende Klärung möglicher Altlasten am Standort verzichtet, keine aktuellen und belastbaren Messdaten zu Schadstoffen und Gefährdungen einfordert, vorliegende Gutachten sowie aktuelle Einschätzungen der Fachbehörden unberücksichtigt lässt und keine bautechnische Prüfung zur Sanierungsfähigkeit des BIZ veranlasst, verzichtet auf wesentliche Grundlagen für eine verantwortungsvolle Entscheidung.

Gerade bei einem Projekt mit erheblichen finanziellen Auswirkungen für die Stadt ist eine vollständige, aktuelle und fachlich abgesicherte Datengrundlage unerlässlich. Entscheidungen ohne diese Grundlage sind nicht verantwortungsbewusst, sondern riskant.

Eine sachorientierte Zusammenarbeit bedeutet daher nicht, offene Punkte zu übergehen, sondern sie im Interesse der Stadt sorgfältig zu prüfen. Kritik an Planungen, Zahlen und Prioritäten ist dabei eben kein Selbstzweck, sondern notwendiger Bestandteil eines verantwortungsvollen Entscheidungsprozesses.

Ziel muss es sein, eine belastbare, rechtssichere und langfristig tragfähige Entscheidung im Interesse der Bürgerinnen und Bürger zu treffen.