Pressemitteilung von CDU, FDP und PH
Wir
nehmen die öffentlichen Einlassungen des Weinheimer Oberbürgermeisters Manuel
Just sowie der beiden ehemaligen Rathauschefs Heiner Bernhard und Hermann Lenz
zur Kenntnis. Mittlerweile ist es der zweite Beitrag aus Weinheim in kurzer
Folge, mit dem Druck auf den Hemsbacher Gemeinderat aufgebaut werden soll.
Diesem Druck verwehren wir uns ausdrücklich. Der Hemsbacher Gemeinderat und der
Schulverband entscheiden auf Basis von Fakten, nicht auf Basis von Zurufen aus
der Nachbarkommune.
Den Vorwurf der Naivität weisen wir
entschieden zurück.
Naiv wäre, eine Standortentscheidung
in fast dreistelliger Millionenhöhe zu treffen, ohne vorher die fachlichen,
bautechnischen und finanziellen Grundlagen abschließend geklärt zu haben.
Naiv wäre, sich auf Gutachten zu
berufen, die über zehn Jahre alt sind und in denen ein ganzer Schadstoffkomplex
keine Rolle spielte. Stichwort PFAS: Die entsprechenden Trinkwassergrenzwerte
gelten erst seit Mai 2023. Und naiv wäre, eine Entscheidung dieser Tragweite
ohne aktuelle, schriftliche und verbindliche Stellungnahme der Kommunalaufsicht
zu fällen, von der seit Jahren bekannt ist, dass sie an der finanziellen
Leistungsfähigkeit der Verbandskommunen erhebliche Zweifel hat.
Genau diese Klärungen fordert unser
überfraktioneller Antrag. Nicht mehr und nicht weniger. Dass dort jemand „alte
Baustellen aufreißen" wolle oder behaupte, „die Schadstoffe hätten sich in
Luft aufgelöst", ist eine Unterstellung, die dem Wortlaut des Antrags an
keiner Stelle entspricht. Wir nehmen die Existenz der Altlasten ausdrücklich
zur Kenntnis. Wir fordern lediglich, dass auf Basis aktueller Daten entschieden
wird und nicht auf Basis von Annahmen aus 2014. Punkt 5 unseres Antrags sagt
ausdrücklich: keine Vorfestlegung.
Aufmerksam geworden sind wir auch
auf die Einlassung der Altbürgermeister Bernhard und Lenz. Sie schreiben
wörtlich, „allen sei damals klar gewesen, dass jeder Tag auf diesem Untergrund
ein Risiko darstellt", und der Schulbetrieb sei „nur unter bestimmten
Sicherheitsauflagen möglich". Wer dieses Risiko bewusst in Kauf nehme, so
Lenz, handle fahrlässig.
Wir nehmen diese Worte sehr ernst.
Und stellen die Frage, die sich daraus zwangsläufig ergibt: Wenn der Untergrund
des BIZ nach Einschätzung der damaligen Verwaltungsspitzen tatsächlich jeden
einzelnen Schultag ein Risiko für Kinder und Lehrkräfte darstellte, warum wurde
dann über fast zwei Jahrzehnte hinweg, in denen Herr Bernhard Oberbürgermeister
von Weinheim und Herr Lenz Bürgermeister von Laudenbach waren, keine
Entscheidung herbeigeführt, die diesem Risiko ein Ende setzt?
Entweder war die Gefährdungslage so
akut, wie sie jetzt beschrieben wird. Dann wäre deutlich früheres Handeln
geboten gewesen. Oder die Lage ist beherrschbar und der Schulbetrieb sicher,
wie es Oberbürgermeister Just selbst noch vor Kurzem öffentlich erklärt hat.
Dann ist aber auch eine fachlich saubere, aktuelle Überprüfung vor einer
Standortentscheidung in fast dreistelliger Millionenhöhe kein Akt der
Fahrlässigkeit, sondern die selbstverständliche Pflicht eines verantwortungsvollen
Gemeinderats. Beides zugleich kann nicht stimmen.
Wir teilen die Einschätzung, dass
die aktuelle Förderkulisse eine Chance ist. Wir teilen auch, dass eine Lösung
jetzt kommen muss. Genau deshalb haben wir den überfraktionellen Antrag
gestellt. Es geht uns nicht darum, einen bestimmten Standort durchzudrücken,
sondern darum, vor einer Entscheidung dieser Tragweite die Hausaufgaben gemacht
zu haben. Das nennt man nicht Hilflosigkeit, sondern Verantwortung.
Eine Entscheidung, die später vom
Kommunalrechtsamt beanstandet wird, kostet die Kommunen mehr Zeit und mehr Geld
als die jetzt geforderten Prüfungen. Sie beschädigt zudem das Vertrauen in die
Entscheidungsfähigkeit des Gemeinderats nachhaltig. Wer heute einen Antrag auf
Faktengrundlage als „Ignoranz" bezeichnet, macht es sich zu einfach.
Der Hemsbacher Gemeinderat lässt
sich seine Sorgfaltspflicht nicht als Naivität auslegen. Wir entscheiden auf
Basis aktueller Fakten. Für die Schülerinnen und Schüler, für die Lehrkräfte
und für die finanzielle Zukunft unserer Stadt.